Ist es für mich besser die Ausbildung hinzuschmeißen???
Mach z.Z. eine Ausbildung zur Ergotherapeutin und bin Ende zweites Lehrjahr. Ja, ich weiss: Das eine Jahr geht schnell rum, aber ich habe schon vor einem Jahr ernsthaft darüber nachgedacht, ob ich überhaupt die nötigen Kompetenzen habe um andere Menschen zu therapieren. Die Ausbildung besteht zum Teil aus Schule und zum Teil aus Praktikum. Schule, Theorie-kein Problem, aber praktisch bin ich echt 'ne Null. Erstmal ist das Problem, dass ich gegenüber meinen Anleitern, Kollegen und teilweise auch Patienten gegenüber total schüchtern/zurückhalten und mistrauisch bin. Ist einfach so bei mir, brauche sehr lange um mit neuen Personen warm zu werden, vor allem mit Leuten, denen ich (übertrieben) unterlegen bin. D.h. sie können mich als Praktikant total in die Pfanne hauen, wenn ich was nicht richtig mache. Tja, und das ist mein Problem. Ich kann mich überhaupt nicht entspannen, wenn ich eine Therapie durchführen soll und der Anleiter zuschaut, weil ich immer Angst habe etwas falsch zu machen. Dadurch unterhalte ich mich, wenn überhaupt, nur recht verkrampft mit dem Pat., gebe keine klaren Ansagen wie er etwas machen soll, achte nicht auf darauf wie ich rüberkomme usw. . Ist jetzt schwer zu erklären, aber ich merke selber, dass ich praktisch überhaupt nicht kompetent bin und mir das Ganze echt keinen Spaß mehr macht, weil ich so oft Fehler mache und immer nur höre: "das musst du anders machen, das hat so und so gewirkt, du wirkst gar nicht wie eine Ergotherapeutin...!"
Naja, und ich seh es ganz genauso. Gestern sagt mir meine Anleiterin, dass ich die letzte Gruppentherapie nicht gut gemacht hätte, dass sich Patienten negativ geäußert hätten und dass mit die "therapeutsche Grundhaltung" fehlt. Daraufhin begann ich total zu weinen (was mir auch echt peinlich war) und so viel die nächste Gruppentherapie aus, weil ich mich einfach nicht mehr beruhigen konnte. Es war ja gar nicht so schlimm, was sie gesagt hat und sie hatte ja auch Recht, aber mich hat das einfach so frustriert, dass ich mir immer Mühe gebe und es immer nicht reicht. Vor allem, weil ich sowieso schon die ganze Zeit an mir und der Ausbildung zweifel. Hätte sie am liebsten schon vor 'nem Jahr abgebrochen, aber meine Eltern haben schon so viel Zeit rein gesteckt und die werden total sauer und enttäuscht sein, genauso wie der Rest meiner Familie, aber ich weiss nicht eir ich noch zwei weitere Praktikas aushalten soll, weil meine letzten drei auch schon so schlecht liefen. Will das einfach nicht mehr machen und mal wieder mit einem guten Gefühl ins Bett und zur Arbeit gehen. Denkt ihr unter den Umständen ist es vielleicht doch einfach besser das Ganze abzubrechen, wenn ich jetzt schon weiss dass ich nie als Ergotherapeutin arbeiten möchte und wohl auch einfach nicht kann?
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Ist es für mich besser die Ausbildung...
also grundsätzlich würd ichs auch durchziehen, denn du sagst ja eigentlich macht es dir spaß. wenn es nur noch bauchschmerzen bereiten würde, würde ich sagen überlegt was du willst, such dir was neues und brich dann erst ab.
ich bin auch sehr schüchtern und stehe mir damit selbst im weg aber was die schüchternheit mit kollegen angeht, die legt sich meistens bei mir mit der zeit.
ich habe letzten sommer eine schwere zeit durch gemacht und mich immer mehr zurückgezogen, ich hab eine therapie begonnen. ich hatte mir mehr erhofft davon, dass muss ich zugeben aber ich mache kleine fortschritte, bei mir ist nicht nur die schüchternheit das problem. und ich hoffe mit der zeit erfüllen sich dann meine vorstellungen
@theanou
grundsätzlich sind das ja alles wunderbare tips, und du hats da auch recht. aber glaubst du sozialpädagogin zu werden o.ä. wäre soviel einfacher beim thema auf menschen zugehen? da hat sie doch das gleiche problem. und je nachdem sogar noch n größeres, je nachdem was du da machst hast du nämlich ziemlich unangenehme aufgaben
Schwer zu beantworten.
Arbeit sollte nicht krank machen. Ergotherapie ist ein sehr weites Feld. Welchen Sektor hast du? Lebenshilfe, Freizeit oder soziales Umfeld?
Gerae im Bereich Freizeitgestaltung gibt es so viele kreative Dinge bei denen man auch "loslassen" kann. Außerdem kannst du - auch wenn du im therapeuthischen Teil momentan noch nicht so toll bist damit in einen handwerkliche Ausbildung gehen und auf dem therapeutischen mit handwerklicher Praxis aufbauend z.B. in die Sonderpädagogik gehen.
Vielleicht hättest du - gerade für Ergotherapeutin erscheint mir das (nachdem ich mir mal angeschaut habe worum es da geht) sehr wichtig - zuerst das Bedürfnis nach einer abgeschlossenen Lehre im Vorfeld gehabt?
Da würde ich in der Schule / Fachschule nachfragen, ob du das nicht zugunsten einer (vielleicht verkürzten? Am besten mit der Handwerkskammer oder der IHK reden) Ausbildung im Handwerk unterbrechen kannst. Fachkenntnisse in einem Beruf geben dir eine gewisse Selbstsicherheit. Du kannst dann (vor allem wenn du einen Beruf wählst, der unter deinen Ausbildern nicht vertreten ist) mit Fachwissen punkten und denen Respekt abnötigen.
Ich zweifle nicht daran, dass du ein sehr warmherziger Mensch bist, der nur zu oft enttäuscht wurde und du Menschen in Not auch einiges beibringen kannst, damit sie ihren Lebensweg erneut freudig meistern.
Ansonsten bliebe dir noch ein anschließendes Sonderpädagogik- oder Sozialpädagogik-Studium was dir vorrangig dann die Arbeit mit Kindern- und Jugendlichen (in Heimen, aber auch Kitas, etc) ermöglicht.
und vor allem- was wären denn ansonsten deine alternativen?
Mach es zu ende und steh das Jahr durch!!!! Auch wenn du später nicht in dem Beruf arbeiten willst, eine abgeschlossene Ausbildung ist viel wert!!! Deine letzten 2 Jahre waren sonst für die Tonne ! Danach kannst du immer noch umschulen oder eine zweite Ausbildung anfangen, aber mach um Himmels Willen das eine Jahr noch fertig! Du stehst das durch! Viel Glück
ok du hast jetzt zwei möglichkeiten- dich selbst zu bemitleiden und in dem zustand zu verharren oder dir zu sagen "Ja man ich WILL das wirklich machen" und dann den arsch zusammen zu kneifen und es durchzuziehn und an dir zu arbeiten. vorrausgesetzt du willst es wirklich.
sorry für die vielleicht unangenehme ausdrucksweise
Naja, das denk ich auch. Das Problem bin eher ich, weil ich mir mit meiner Angst immer selbst im Weg stehe, es aber nicht überwinden kann. Naja, was meine Anleiterin denkt steht ja schon oben und wurde mir auch schon häufiger gesagt. Fachlich bin ich gut, aber praktisch wird's dann schwierig. Ärger mich auch ständig über mich selbst, weil ich mich nicht entspannen kann. Muss dazu sagen, dass ich starke Probleme habe mit nicht vertrauten Menschen umzugehen und mich zu entspannen. Ist auch schon mittlerweile meinen Freunden und Kollegen aufgefallen und wurde auch schon öfters drauf angesprochen (was mir sehr unangenehm war), dass ich sehr zurückhaltend, unsicher und mistrauisch bin. Ich weiss auch nicht, fühlt sich halt an wie 'ne Blockade und wird auch irgendwie immer schlimmer.
ich denke nicht, dass es grundsätzlich was mit der berufswahl zu tun hat. denke dein selbstbewusstsein lässt zu wünschen übrig. wenn du es in diesem beruf nicht schaffst. dann denke ich, wird was anderes auch nicht viel besser. meine damit einfach, du musst an dir arbeiten und was noch viel besser wäre, lasse dir doch mal eine einschätzung von einem anleiter geben. vielleicht bist du ja garnicht soooo schlecht. evtl kommt deine angst vor allem falsch rüber. evtl. meinen die, du hättest keinen bock was richtig zu machen. also spring über deinen schatten und trau dich mal was.
wirst sehen, dass es dann von selbst besser wird.
wieso solltest du NICHT in der lage dazu sein?
diesen schritt von der theorie in die praxis müssen alle mal gehn in dem bereich
da hilft nur sich klar machen was man kann und dann loslegen.
wieso suchst du dir nicht irgendwelche "Übungsobjekte"?
ich hab beraten z.b. auch an freunden/mitstudenten erprobt. je mehr du übst desto sicherer wirst du
mir gings nach meinem studium ähnlich, hab zwar vorher ne ausbildung im sozialen bereich gemacht und nebenbei in dem bereich gejobbt, aber wenn man dann auf einmal jede menge verantwortung hat, ist das doch was andres als wenn man student ist.
Ja, das ist es ja. Wenn ich vor Praktika schon solche Angst habe und froh bin wenn das vorbei ist, wie soll ich dann den Beruf ausführen? Ans erste Praktikum bin ich auch noch ganz entspannt rangegangen, bin aber sehr schnell an meine persönlichen Grenzen gestoßen und habe gemerkt, dass ich von meiner Persönlichkeit her gar nicht in der Lage bin andere Menschen zu therapieren. Vom Fachwissen klar, aber praktisch geht gar nicht. z.Z. ist meine Motivation nur noch "was werden meine Eltern sagen!" und das ist echt belastend.
aber das ist doch quatsch. ich meine später wirst du nur noch "praktikum" haben, bzw. eher arbeitsleben. da musst du das jeden tag machen!wo wenn nicht in der praktischen arbeit kannst du denn sonst besser werden?!
wenn du das nicht willst oder aushältst ist das ganze wohl sicher nichts für dich
ein bischen mut wirst du schon aufbringen müssen und den willen was zu ändern. mach dir mal genau bewusst WARUM du das machen wolltest, irgendne motivation musst du ja sicherlich haben.
ich glaube das packst du letzendlich nur wenn du dir in irgendner form mehr "Übungsmöglichkeiten" schaffst um sicherer und selbstbewusster zu werden. mit freunden/familie üben, nebenbei nochmehr praxiserfahrung in irgendner form sammeln, ehrenamt, praktika usw
Naja, zum Anfang wollte ich den Beruf wirklich gern erlernen...
Naja, will ich eigentlich immer noch, aber wenn's schon heißt "bald gehen Sie wieder ins Praktikum" krieg ich schon wieder Panik. Ich merke einfach nur dass ich die Kompetenzen nicht habe und auch nicht erlangen werde. Es ist eher noch schlimmer geworden durch die Ausbildung.
hm die frage ist ja WILLST du den beruf wirklich erlernen und stehst du dir dabei nur durch schüchternheit o.ä. selbst im weg oder ists einfach nichts für dich. ich bin kein befürworter davon einfach mal hinzuschmeissen wenns unangenehm wird. manchmal muss man sich selbst in arsch treten und versuchen sich für seine traumausbildung eben zu verändern. allerdings wenn man merkt es passt echt nicht, man wird nicht glücklich, man ist vielleicht einfach auch nicht geeignet, dann bringts auch nix sich durchzuquälen, weil dann wird man damit später nie zufrieden sein
Oh Gott, meine Grammatik schon wieder: nicht viel-fiel, nicht eir-wie und der Rest ist einfach nur aus der Hektik passiert. Hätte wohl vorher nochmal drüber lesen sollen...Sorry 8-)